Ereignisse in Albertina und der Förderverein der Uni Leipzig

Die Geschichte zieht weitere Kreise: als Reaktion auf das Gespräch mit Florian Dieckmann über die Vorkommnisse in der Albertina erhielt ich heute eine Email von Herrn Klaus Dieckmann, mit der ausdrücklichen Bitte, diese hier zu veröffentlichen.
Es ist auch dies eine Art Generationenvertrag. Wir, die „Alten“ geben unser Wissen und unsere Kultur, eben alles, was wir und die vor uns geschaffen haben an unsere Nachkommen, die nach uns kommenden weiter.
Nur so kann auch diese Kultur, dieses „Abendland“ fortbestehen, wie alle anderen Kulturen auch.
Achten müssen wir „Alten“ darauf, daß dieser Weitergabeprozeß nicht gestört wird, wie auch immer. Insofern ist es unerheblich, ob es sich bei dem Vorgang in der Uni Leipzig um meinen Sohn Florian oder irgend jemand anderes handelte.

Ich betrachte mich als streitbaren Bürger dieser Republik und schreite ein, wo ich es für notwendig halte. Unter Studieren verstehe ich die Auseinandersetzung und das Erlernen, das Begreifen und Weitertragen unseres Wissens und unserer Werte. Dies kann optimal nur geschehen in zwangloser Selbstentfaltung.

Doch die Einschränkungen dieser Selbstentfaltung fangen in unserem Land bereits mit der Studienplatzzuweisung an und werden an den Schulen und Universitäten leider durch Reglementierungen in vielfältiger Form fortgesetzt.

Studieren in Deutschland kann also ziemlich früh zu einem Kampf werden, der dann nichts mehr mit Spaß am Studieren und Freude am Erfolg zu tun hat. Eine 12-jährige Schulbildung und ein kurzes, verschultes Studium haben doch nur einen Zweck:
Der junge Bürger dieses Staates muß so schnell wie möglich „an die Werkbank“, nicht so sehr, damit er Geld verdient, sondern mehr damit er Steuern und Sozialabgaben erbringen kann. In der Industrie nennt man dies „Return of Investment“.

Es bringt uns allen aber sehr wenig, wenn aus den Schulen und Universitäten Absolventen hervorgehen, die zwar den Überlebenskampf, aber nicht fundiertes Wissen für Forschung und Entwicklung, sowie für Lehre und Politik erlernt haben.

Wir brauchen auch keine Eliteuniversitäten. Dies populistische Geschwätz einiger Politiker lenkt nur vom täglichen Problem ab. Im sozialistisch-finanziellem Mangel – und dies ist nun Mal das Ergebnis der Politik deren an der Macht befindlichen in Berlin – muß man sich auf die Erfahrungen derer besinnen, die Jahrzehntelang mit solchem Mangel gelebt haben, leben mußten und diesen Mangel dann nur überwanden durch Zusammenrücken.

An dieser Stelle sollten die Studierenden überlegen, ob man nicht ähnlich wie Fördervereine an Gymnasien Fördervereine an Universitäten gründet. Eine aktive Mitarbeit in solch
einem Förderverein an der Uni Leipzig kann ich mir persönlich sehr gut vorstellen, ich komme auch zur Gründungsveranstaltung.

Eine Lanze brechen möchte ich an dieser Stelle für all jene, die ihr Studium begannen in der Vorstellung etwas lernen zu wollen zu dem sie sich entschieden hatten, zu dem sie vielleicht sogar Veranlagung hatten um dann an Lehrkräften zu scheitern, die ein besonderes „Sendungsbewußtsein“ haben und sich damit berechtigt fühlen, „selektieren“ zu müssen. Auch hier eine Notwendigkeit eines Fördervereins.

In BWL z.B.ist Statistik wichtig, Zitat. „Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe“. Churchill Aber: BWL ist mehr als Statistik.

Den schon existierenden Foerderverein der Uni Leipzig kann man wohl eher als ein elitäres Kaffeekränzchen bezeichnen:
Im Jahr 2002 laut Bericht 246 Einzelpersonen und 42 Unternehmen mit zusammen mal eben EUR 250.000,00
eingesammelten Geldern, wobei schon wieder mehr als 15 % ausgegeben wurden für Gehälter.

Bei 15.000 Studenten und jährlich 1.000 ?? Absolventen müßten pro Jahr ca. EUR 8.000.000,00 an Spendengeldern in die Kasse kommen und es müßten mindestens 50 % der Eltern und 80 % der Absolventen Mitglied im Foerderverein sein.
Das würde ich einen Eltern- und Fördererverein nennen.

Wo bitte ist denn das Flugblatt, daß den Eltern der Studenten nach Hause geschickt wird?
Wo ist die Aufforderung zur Kooperation mit der Uni nach zu lesen?

Um nur einige Dinge zu nennen, die möglich sind.
Wie viele Studenten sind im Vorstand des Foerdervereins?
Für die meisten Eltern sind die Universitäten irgendwo im Universum!

Sie sehen, man könnte Einiges in Bewegung bringen!

Mit freundlichen Grüßen
Klaus E. Dieckmann

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