The Jokers – Eine bunte Truppe auf dem Weg nach Middle East

„We are Jokers!“ So lerne ich sie am Frankfurter Flughafen
kennen. Gutgelaunt steigen die Herren nach ihrem Nonstop Flug aus Los Angelas, California. Sie albern herum, lachen viel. Ein Insider folgt dem nächsten. Eine typisch erwartungsfrohe Touristengruppe. Sie machen einen Monat bezahlten Urlaub, erzählen sie mir. Wo können Menschen aus dem Sonnenstaat Urlaub machen? „In the Middle East“, meint die intellektuelle Hornbrille.
 
Über die Präsidentenwahl fahren sie also nach Asien. Nunja, ich habe es eben mit US-Amerikanern zu tun. Die Vorteile bestätigen sich gerne.

Nachdem ich mich für meine Neugierde entschuldigt habe und einfach weiterfrage, bekomme ich auch eine klärende Antwort. „We are booked to tell Jokes. We are Jokers.“ Vor mir steht die offizielle Unterhaltungstruppe der US-Armee im Mittleren Osten. Sie fliegen erst von Frankfurt nach Moskau um dann nach Usbekistan zu fahren. Da werden sie
zusammen in einer Show für Soldaten auftreten. Die Tour geht über Kurdistan, Afganistan, nach Kuweit, den Irak, Katar und endet in Pakistan. Für die fünf professionellen Entertainer ist es das erste Mal, dass sie zusammen auftreten. Sie freuen sich, dieses Erlebnis zusammen erfahren zu dürfen.

Drei von ihnen kennen sich schon seit langem und nennen sich Freunde. In den USA ist jeder mit jedem befreundet. Alles nennt sich „friends“.

Mitbewohner bilden keine WG, sondern nennen sich Friends, und gehen in Serie. Aber Steve hat sich diesmal wirklich Freunde von zu Hause mitgenommen. Für ihn ist es das dritte Mal, dass er zu den Truppen in Krisengebiete fährt. Er
kommt immer mit neuer Energie zurück, doch was er gesehen und erlebt hat, vergisst er nicht.

„Something’s going on there“ sagt er politisch korrekt. Es ist kein normaler Job, somit ist die Motivation diesen Job anzutreten auch nicht nur das normale Geld verdienen. Es ist ein wenig mehr. Lachen soll ja Medizin sein, meine ich. „Nobody knows if laughing heals, but it definitly helps to forget.“ sagt Steve. Er lacht nicht viel, und blickt meistens eher ernst. Auf der Bühne ist er bestimmt der, der mit der Satire als mit den derben Zoten Erfolg hat. Nein, sie werden nicht auf herkömmlichen Bühnen stehen, sondern in Zelten auftreten. Manchmal besteht das Publikum lediglich aus 20 Personen. Dafür ist es jedoch ein überaus dankbares Publikum. Sie haben nichts, was zu ihrer gewohnten Umgebung gehört. Kein Fernsehen, kein Radio, keine Familie.

Die fünf Witzeerzähler müssen weiter. Sie geben mir ihre Visitenkarten und laden mich ein, sie in Californien zu treffen. Mache ich bestimmt. Ich frage noch kurz, ob sie denn schon gewählt hätten.

„Oh YES!“

Natürlich würde ich auch gern wissen wie sie gwählt haben, aber hier setzt auch mein Schamgefühl ein. Meine schamlose Neugier wird auf der Homepage zumindest von Lee Levine ohne zu fragen beantwortet.

Der Mann, der Republikanern nur an den Kopf werfen will, wie sie nur so denken können, wenn sie überhaupt denken, fährt in den Irak um Witze zu erzählen.

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